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Neuer Datenschutz einfach erklärt

EU Brüssel will die Datenhoheit zurückgewinnen. Mit dem neuen Gesetz treten auch für Schweizer Firmen neue Regeln in Kraft.

Welche Daten sind gemeint?

Wer das Internet nutzt, hinterlässt persönliche Daten. Passiv verraten wir, wann wir mit welchem Gerät auf welche Website oder App zugreifen und was wir auf diesen Plattformen genau machen. Sobald wir uns für eine Dienstleistung registrieren, einen Newsletter abonnieren oder ein Produkt online kaufen möchten, dann geben wir unsere persönlichen Daten aktiv preis.

Worin besteht das Risiko?

Unsere passiv und aktiv hinterlassenen Daten werden von den Unternehmen gespeichert. Einerseits um mehr über unser Nutzungsverhalten zu lernen, anderseits um den Service und die Angebote möglichst massgeschneidert auf uns anzupassen. Die Lagerung dieser Daten war bislang zu wenig geregelt, und es kam zu Missbräuchen.

Was bringt die Datenschutzgrundverordnung?

Nach langen Verhandlungen gelten jetzt neue Datenschutzregeln in der Europäischen Union. Diese verspricht mehr Schutz für personenbezogene Daten.

  • «Recht auf Sicherheit» Konsumenten müssen über den Missbrauch der Datenschutzgesetze informiert werden.
  • «Recht auf Information» Konsumenten müssen wissen, wer persönliche Daten erhebt. Daten dürfen nur noch mit Einwilligung erhoben werden.
  • «Recht auf Vergessenwerden» Nutzer erhalten das Recht, personenbezogene Daten wie Informationen über das Privat- und Berufsleben sowie Fotos oder Videos im Netz löschen zu lassen.
  • «Recht auf Auskunft» Unternehmen müssen gespeicherte Daten auf Anfrage zur Verfügung stellen.
  • «Recht auf Datenminimierung» Es sollen nur so wenig persönliche Daten wie möglich erfasst werden. Die Erhebung muss zweckgebunden erfolgen.

Zusammengefasst bedeutet das: Unternehmen sollen nur jene Daten sammeln, die sie für die Bereitstellung ihres Dienstes auch wirklich benötigen. Und sie müssen beim Benutzer auch eine explizite Einwilligung dafür einholen, dass sie seine Daten verarbeiten. Das ist der Grund, weshalb dieser Tage etliche E-Mails im Postfach landen zwecks Zustimmung zu den aktualisierten Geschäftsbedingungen.

Wie ist die Schweiz betroffen?

Die neue Datenschutzgrundverordnung gilt nicht nur für Firmen in der EU. Auch alle Schweizer Firmen und Websites, die mit Daten von EU-Bürgern hantieren oder EU-Bürger als Zielgruppe haben, müssen die DSGVO einhalten. Gemäss dem Wirtschaftsdachverband Economiesuisse «sind beispielsweise Schweizer Exporteure, Versandhändler und Betreiber von Onlineplattformen für Bestellungen» davon betroffen. «Auch erfasst sind alle Firmen, die auf einer Website oder mittels Smartphone-App das Verhalten der Besucher analysieren», schreibt der Verband auf seiner Internetseite. (rhb/mo)

Quelle: Zuger Zeitung, 26.05.2018
Siehe auch Luzerner Zeitung

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